Warum die Reinigung wichtig ist
Kaffee enthält Öle, feine Partikel und, je nach Röstgrad, kleine Silberhäutchen. All das sammelt sich mit der Zeit im Mahlgehäuse und am Auslass und beeinflusst:
- das Aroma im Kaffee
- die Mahlgeschwindigkeit
- die Gleichmäßigkeit des Mahlguts
- das Risiko einer Verstopfung
Eine gepflegte Mühle arbeitet schlicht besser. Und: Die Öle in einer ungereinigten Mühle werden mit der Zeit ranzig, das schmecken Sie dann auch im frisch gemahlenen Kaffee.
Routinereinigung alle vier bis sechs Wochen
- Nehmen Sie den Bohnenbehälter und die obere Mahlscheibe ab. Bei Modellen der Sette-Serie nehmen Sie auch die untere Mahlscheibe heraus.
- Mahlen Sie verbliebenen Kaffee durch und bürsten Sie lose Reste und Rückstände aus.
- Reinigen Sie das Mahlgehäuse und den Auslass mit einem Pinsel oder einem trockenen Tuch.
- Spülen Sie Bohnenbehälter und Pulverbehälter mit warmem Wasser und etwas Spülmittel und trocknen Sie sie gründlich ab.
- Optional: Mahlen Sie etwas Reinigungsgranulat durch, um Öle zu binden. Besonders empfehlenswert, wenn Sie überwiegend dunkle Röstungen mahlen.
Auch das regelmäßige Auswischen des Bohnenbehälters klingt unwichtig – ist es aber nicht. Reste von Bohnenöl können dazu führen, dass frische Bohnen schlecht nachrutschen. Manche denken dann, mit der Mühle stimmt etwas nicht, dabei klebt nur alter Ölfilm im Behälter.
Welche Reiniger eignen sich, und welche nicht
In Deutschland kursiert hartnäckig der Tipp, Reis oder Dinkel durch die Mühle zu mahlen. Bitte nicht. Reis- und Dinkelkörner sind deutlich härter als Kaffee und können Scheiben- und Kegelmahlwerke beschädigen. Bei Keramikmahlwerken kann im schlimmsten Fall sogar etwas wegbrechen.
Verwenden Sie stattdessen spezielles Reinigungsgranulat aus dem Fachhandel, oft auch „Mühlenreiniger“ oder „Reinigungsbohnen“ genannt. Das Granulat sieht Kaffeebohnen ähnlich, bindet Öle gut und ist geruchs- und geschmacksneutral.
Nach dem Reinigungsdurchgang mahlen Sie ein paar günstige Bohnen durch und werfen die erste Portion weg. So sind alle Reiniger-Reste aus der Mühle entfernt.
Dunkle oder helle Röstung: was das für die Pflege bedeutet
- Dunkle Röstungen: Hier müssen Sie häufiger reinigen. Die enthaltenen Öle hinterlassen mehr Rückstände und erhöhen das Risiko für Verstopfungen und säuerlichen Beigeschmack.
- Helle Röstungen: Sie haben weniger Öl, erzeugen aber mehr statische Aufladung und Silberhäutchen. Hier reicht meist regelmäßiges Bürsten.
Was eine Verstopfung verursacht
- Zu viel Kaffee auf einmal mahlen und den Pulverbehälter überfüllen.
- Extrem fein mahlen, fast bis zur Mehlkonsistenz.
- Bereits gemahlenen Kaffee erneut durch die Mühle laufen lassen.
- Bohnen aus Kühlschrank oder Tiefkühler verwenden, wenn sich darauf Kondenswasser bildet.
- Sehr ölige oder aromatisierte Kaffees mahlen.
So vermeiden Sie Verstopfungen
- Mahlen Sie nur die Menge, die Sie gerade brauchen.
- Halten Sie den Pulverbehälter höchstens zu zwei Dritteln voll.
- Mahlen Sie keinen bereits gemahlenen Kaffee erneut.
- Vermeiden Sie aromatisierte Bohnen, sie sind mit Ölen überzogen.
Bewahren Sie Bohnen außerdem nicht im Kühlschrank auf, sondern an einem trockenen, dunklen Ort. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Lagern von Kaffeebohnen.
Was tun, wenn die Mühle verstopft ist?
- Ziehen Sie zuerst den Netzstecker.
- Nehmen Sie den Bohnenbehälter und die obere Mahlscheibe ab.
- Schieben Sie den festsitzenden Kaffee mit dem Griff Ihrer Reinigungsbürste oder einer aufgebogenen Büroklammer aus dem Auslass. Prüfen Sie von oben und unten, ob wirklich alles raus ist.
- Setzen Sie alles wieder zusammen und testen Sie mit einer sehr groben Mahlgradeinstellung, ob die Mühle wieder läuft. Das zeigt auch, ob der vorherige Mahlgrad zu fein war.
Häufig gestellte Fragen zur Reinigung
Wie oft sollte ich meine Kaffeemühle reinigen?
Eine gründliche Reinigung alle vier bis sechs Wochen reicht für die meisten Haushalte. Wer dunkle Röstungen oder sehr viel Kaffee mahlt, sollte häufiger ran. Als Faustregel gilt: nach etwa 15 kg gemahlenen Bohnen.
Kann ich meine Mühle mit Reis reinigen?
Nein. Reis ist zu hart und kann die Mahlscheiben beschädigen, besonders bei Keramikmahlwerken. Verwenden Sie speziellen Mühlenreiniger.
Brauche ich für Baratza-Mühlen einen speziellen Reiniger?
Nein. Jedes handelsübliche Reinigungsgranulat für Kaffeemühlen funktioniert. Pinsel, Tuch und bei Bedarf ein Staubsauger auf niedriger Stufe reichen für die Routinepflege.
Was passiert, wenn ich die Mühle nicht reinige?
Der Kaffee schmeckt mit der Zeit dumpfer oder leicht ranzig, der Mahlgrad wird ungleichmäßig, und das Risiko einer Verstopfung steigt. Im Garantiefall berufen sich viele Hersteller außerdem auf mangelnde Pflege.
Wenn Sie noch nach der passenden Mühle suchen, schauen Sie sich unsere Baratza Encore™, die Virtuoso™+ oder die gesamte Übersicht unserer Kaffeemühlen an. Frisch ausgepackt? Dann hilft Ihnen unser Beitrag zum Einlaufen lassen der neuen Mühle.